Umgezogen… Donnerstag, Sep 25 2008 

… und zwar hier hin.

Ein griffigerer Name und netzweltmäßig auf lange Sicht schöner. Man muss ja nicht am ersten Screen Name, den man jemals hatte, ein Leben lang festhalten. Ganz abgesehen davon, dass es mit dem Vorsatz einhergeht, ein wenig regelmäßiger und häufiger zu bloggen.

Warum englische Busse immer (!) Verspätung haben Dienstag, Aug 5 2008 

Englische Busse haben nur eine Tür, nämlich die vorne. Das bedeutet, dass sowohl die Einsteigenden als auch die Aussteigenden nur diese Tür nutzen können, um ein- bzw. auszusteigen. Ausserdem haben sie meistens keine trennenden Stangen o. ä. zwischen Ein- und Aussteigerteil, was dazu führt, dass erstmal alle aussteigen, die aussteigen müssen, und dann erst kann man einsteigen. Allerdings dauert das auch so seine Zeit, wenn Leute dabei sind (und das sind sie meistens), die noch bezahlen müssen. Fahrkartenautomaten für Busse gibt es hier nämlich nicht, sondern man muss sich die Fahrkarten entweder im Reisebüro oder beim Fahrer kaufen. Wenn man, wie ich, schon eine Karte hat, würde man in Deutschland einfach hinten einsteigen, aber aufgrund zuerst erwähnter Konstruktionseigenheit englischer Busse ist das ein Ding der Unmöglichkeit.

Zusammengenommen führt all das dazu, dass aus der vorgesehenen einen Minute Aufenthalt an einer Haltestelle schnell auch mal fünf werden können, und daher sind die Busse hier eigentlich so gut wie nie pünktlich.

Passt mir aber ganz gut, denn ich bin das morgens meistens auch nicht.

Englische Paradoxe Montag, Jul 21 2008 

Currypaste, Naan und generell alles, was irgendwie indisch ist, gibt es hier bei mir im Supermarkt an der Ecke, aber wieso kann mir in diesem Land kein Mensch Henna fuer meine Haare verkaufen?

Wieso managed mein Mitbewohner eine Bar, wenn er zuhause noch nicht mal aufraeumen kann?

Und wieso kann sich das Wetter hier nie entscheiden, ob es sonnig oder regnerisch sein will?

Liebe Bundesregierung! Mittwoch, Jul 16 2008 

Wenn euch zum Thema Feminismus 2.0 nichts Besseres einfaellt, als weiterhin die gesellschaftlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau zu zementieren, dann jammert doch wenigstens nicht so rum, wenn immer mehr Frauen das tun, was angesichts solcher Gesetze nur vernuenftig ist, naemlich einfach keine Kinder mehr zu bekommen.

Nach einer eventuellen Trennung naemlich nur bis zum 3. Lebensjahr des Kindes Unterhalt bekommen und vor Gericht vorrechnen, wie viel frau haette verdienen koennen, wenn sie nie Kinder bekommen haette – das machen wir Akademikerinnen mit Sicherheit nicht mit, und viele andere werden sich da auch noch mal gruendlich ueberlegen, ob sie sich nicht lieber bei derzeitigem Hartz IV-Empfang nicht lieber die Pille vom Mund absparen, als solch ein Risiko einzugehen.

Wieso nur laufen mir solche Nachrichten immer dann ueber den Weg, wenn ich gerade meine, doch gute Gruende dafuer entdeckt zu haben, mal Nachwuchs in die Welt zu setzen?

Wieso denn bloss… Dienstag, Jun 17 2008 

… hat sie sich so lange nicht gemeldet, hoere ich Euch fragen. Freunde der Nacht, lasst Euch erzaehlen, es ist wahrlich keine Freude, in einem fremden Land anzukommen und als allererstes festzustellen, dass die Vermieterin als erste Amtshandlung Internet und Telefon abgestellt hat.

Die ganze Geschichte zieht sich schon seit meiner Ankunft vor ueber zwei Wochen hin und ich werde daher am ersten Juli erst einmal umziehen. Ausserdem hat die Bank Ewigkeiten gebraucht, um mir eine Scheckkarte auszustellen.

Die Arbeit als solche ist nett, die Kollegen sind freundlich, und ich habe zwar (noch) keinen Kontakt mit Bibliotheksbenutzers, aber immerhin gibt es jeden Tag lustige Dinge zum Katalogisieren. Mein Favorit letzte Woche war ein Buch mit dem Titel:

“A Complex Delight: The Secularization of the Breast”.

Aehm… war die Brust als solche nicht eigentlich immer schon saekulaer, also weltlich?

Dummerweise… Freitag, Mai 30 2008 

…habe ich das Datenkabel meiner Digitalkamera in Deurschland liegen gelassen, sonst koennte ich euch jetzt ein paar Bilder von skurrilen Dingen in London zeigen. Abgesehen davon habe ich vor zwei Tagen einen englischen Volkssport, genannt “Queueing”, betrieben, um im Science Museum zur Launchpad-Abteilung zu gelangen. Launchpad ist laut Science Museum eine interaktive Reise durch die Welt der Physik. Und da ich immer sehr fuer interaktive Museen bin, dachte ich mir, “gehste doch mal rein, kost ja nix”.

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London Mittwoch, Mai 28 2008 

Eigentlich wollte ich ja ein paar Tage frueher nach Colchester fahren, wo ich demnaechst arbeiten werde. Aber mein neues Zimmer wird erst am 31. frei und es gibt in der Stadt keine Uebernachtungsmoeglichkeit, die innerhalb meines finanziellen Rahmens liegt, da die Bed and Breakfasts einem grundsaetzlich den Preis fuer 2 Leute berechnen und die Hotels auch fuer einen alleine schon so teuer sind.

Also habe ich eine Freundin, die in London lebt, angerufen und sie gebeten, mich doch fuer ein paar Tage aufzunehmen. Jetzt schlafe ich mit ihr in einem Doppelbett und werde heute mal die Hauptstadt unsicher machen, indem ich das British Museum anschaue. Ich war ja schon mehrmals da, aber ich habe immer noch nicht alles gesehen. Und das Schoene ist, dass es ja nichts kostet ausser Zeit, und davon habe ich gerade eine Menge.

Ärger, Du kannst mich nicht anschmieren Mittwoch, Mai 21 2008 

Da denkt man monatelang: “Mann, was für ein Scheiß-Abzockerverein! Ich habe meine Fördermitgliedschaft bei denen doch ordnungsgemäß gekündigt, und sie buchen mir schon wieder was vom Konto ab!”

Ich brauche ja bei sowas (Beschwerden etc.) immer etwas länger. Da ich aber bald nach England gehe und das Konto daher möglichst bald ohne viel Trara schließen möchte, musste ich mir heute dann doch mal ein Herz fassen und bei besagtem Verein anrufen.

“Ja, da habe ich SIe schon gefunden. In der Verwaltung ist das auch eingetragen, dass Sie gekündigt haben. Der Kollege hat offenbar nur vergessen, Sie aus dem Bankingprogramm zu nehmen. Eindeutig unser Fehler, Entschuldigung.”

Außerdem hat die Uni Manchester meine kompletten Reisekosten zum Interview dort bezahlt, womit ich nicht gerechnet hatte. Ich werde das Gefühl nicht los, dass demnächst irgendetwas ganz Schlimmes passieren muss…

Online! Montag, Mai 19 2008 

Endlich ist mein Anschluss freigeschaltet! Ich fühle mich wieder wie ein ganzer Mensch! Und habe erst einmal eine Mail aus England beantwortet. Ich hoffe, die WG, die ich angeschrieben habe, nimmt mich auf, denn ich habe keine Lust, großartig weiter zu suchen, zumal ich ja vorerst nur für einige Monate ein Zimmer brauche. Ich bin weiterhin gespannt.

Nun muss ich aber etwas arbeiten, damit ich hier nicht zu viel rumspiele.

Reisekosten Mittwoch, Apr 30 2008 

Im Zuge meines bevorstehenden Umzugs nach England habe ich heute mal ein wenig nach Flügen geschaut. Und irgendwie ist es schon ein bisschen pervers, dass ich mit einem blau-gelben Billigflieger inklusive Steuern und Gebühren von Hammonia nach Londinium hin und zurück günstiger wegkomme als mit der bald teilprivatisierten Schiene von Hammonia nach Monasteria unter Nutzung des günstigsten Angebotes.
Erzähl mir nochmal einer was von Klimaschutz.

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